Bavaria Film vor Zerschlagung: Das Ende einer Filmlegende
Bavaria Film, die traditionsreiche Produktionsfirma hinter Klassikern wie Das Boot und Die unendliche Geschichte, steht vor der Zerschlagung. Die Entscheidung folgt auf Jahre stagnierender Umsätze – 2025 lag der Jahresumsatz bei 308 Millionen Euro, der Gewinn bei nur 8 Millionen. Aktionäre und Aufsichtsrat haben nun grünes Licht für die Aufspaltung gegeben.
Das Unternehmen wird in zwei eigenständige Gesellschaften aufgeteilt: Eine kümmert sich künftig um die Produktionsaktivitäten, die andere übernimmt die Verwaltung der Immobilien und Studiobetriebe. Julia Reuter, eine der beiden Geschäftsführerinnen, ist überzeugt, dass die Umstrukturierung die Effizienz der Produktionssparte steigern und deren Fokus schärfen wird.
Das 28 Hektar große Gelände in Geiselgasteig bei München bleibt unter neuer Führung ein Medienstandort. Ein Makler wurde bereits beauftragt, die Immobilienabteilung zu vermarkten; der offizielle Verkaufsprozess startet in diesem Sommer. Investoren werden gesucht, die Teile des historischen Areals übernehmen.
Zu den Gesellschaftern der Bavaria Film zählen die öffentlich-rechtlichen Sender WDR, SWR, MDR und BR sowie der Freistaat Bayern über seine Förderbank LfA. Die Aufspaltung markiert das Ende des Unternehmens in seiner bisherigen Form und schließt ein Kapitel, das vor fast einem Jahrhundert begann.
Mit der Teilung sollen die historischen Vermögenswerte der Bavaria Film neu genutzt werden, während der Produktionszweig unter neuer Führung weitergeführt wird. Die Änderungen zielen darauf ab, die Zukunft des Standorts als Medienzentrum zu sichern und gleichzeitig die finanziellen Herausforderungen zu bewältigen. Die offizielle Vermarktung der Immobilienabteilung beginnt in den kommenden Monaten.






