Bartsch lehnt Schuldenbremse-Lockerung für Militäretat strikt ab
Dietmar Bartsch, haushaltspolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, lehnt einen Vorstoß zur Lockerung der Schuldenbremse für militärische Ausgaben entschieden ab. Der Vorschlag, den der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch eingebracht hat, sieht vor, zusätzliche Kredite aufzunehmen – als Reaktion auf die steigenden Spannungen im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran. Bartsch warnt, ein solcher Schritt würde ein gefährliches Präzedenzfall schaffen, ohne die tieferliegenden Probleme der finanziellen Fehlsteuerung anzugehen.
Kritik übt Bartsch vor allem an der Handhabung der bestehenden Schulden und der Sondervermögen. Milliarden seien bereits verschwendet worden, insbesondere im Verteidigungsbereich, für den er die Haushaltsmittel mitverantwortet. Seine Sorge gilt der Aussetzung der Schuldenbremse zugunsten des Militärs – während sie in anderen Bereichen weiter gelten soll. Dies würde die Rüstungsausgaben über dringend notwendige Reformen in den Bereichen Rente, Gesundheitswesen und sozialen Zusammenhalt stellen.
Grundsätzlich lehnt Bartsch Schulden nicht ab, besteht jedoch darauf, dass sie sinnvolle Investitionen und strukturelle Veränderungen finanzieren müssen. Andernfalls drohten Kredite zur bequemen Ausrede zu werden, um echte Reformen zu umgehen. Seine Haltung spiegelt eine grundsätzliche Skepsis wider, Schulden als Allheilmittel einzusetzen – besonders dann, wenn frühere Mittel versprochene Verbesserungen nicht gebracht haben.
Zudem stellt Bartsch die Logik infrage, Militärausgaben als "außergewöhnlichen Notfall" einzustufen. Er fürchtet, dass dies zu höheren Verteidigungsetats auf Kosten langfristiger Investitionen und notwendiger Reformen in anderen Bereichen führen könnte.
Der Streit offenbart die Spannungen um die deutschen Haushaltsregeln und Ausgabenprioritäten. Bartschs Widerstand deutet auf eine grundsätzliche Debatte hin: Sollte die Kreditaufnahme an konkrete Bedingungen wie strukturelle Reformen geknüpft werden? Der Vorschlag bleibt vorerst umstritten – eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.






