Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sanierung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Eberhard KuhlBahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sanierung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach monatelanger Sperrung wieder in Betrieb
Seit Mitte Juni 2024 verkehren die Züge wieder auf der Strecke – mit sechs Wochen Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan. Die Wiedereröffnung markiert das Ende monatelanger Einschränkungen für Reisende und den Güterverkehr.
Die Strecke war seit Anfang August 2023 wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten gesperrt gewesen. Betroffen waren Fern-, Regional- und Güterzüge. Regionalreisende mussten auf Ersatzbusse ausweichen, während Fernverkehrszüge über Stendal und Uelzen umgeleitet wurden – mit deutlichen Fahrzeitverlängerungen.
Das Projekt wurde von wiederholten Rückschlägen geplagt. Langanhaltender Frost verursachte erhebliche Verzögerungen und verschob die Wiedereröffnung von Anfang Mai auf Mitte Juni. Ein zusätzlicher Notfallfonds von rund 300 Millionen Euro wurde aufgrund der Probleme vollständig aufgebraucht. Die Gesamtkosten der Sanierung stiegen auf etwa 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen Euro über dem ursprünglichen Budget.
Doch selbst nach der Wiedereröffnung gab es weiterhin Probleme: Aufzüge fielen sofort aus, Züge fuhren nicht nach Plan, und das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) konnte nicht installiert werden. Das bedeutet, dass in fünf bis zehn Jahren eine weitere großflächige Sperrung nötig sein wird.
Die Strecke ist zwar wieder befahrbar, doch die Verzögerungen und Mehrkosten hinterlassen Spuren. Fahrgäste und Betreiber müssen sich auf weitere Einschränkungen einstellen, sobald das ETCS-System endlich nachgerüstet wird.
