BAföG-Reform scheitert: Studierende kämpfen mit Inflation und explodierenden Mieten
Svenja HeringBAföG-Reform scheitert: Studierende kämpfen mit Inflation und explodierenden Mieten
Studierende in Deutschland leiden unter wachsendem finanziellen Druck, während die Inflation ihre Budgets aushöhlt. Gleichzeitig steckt die Ampelkoalition in einem Streit über die Reform des BAföG fest. Ayşe Asar, Sprecherin für Forschungs-, Technologie- und Raumfahrtpolitik, kritisiert die Blockade scharf und warnt, dass die aktuellen Vorschläge die realen Bedürfnisse bei Weitem verfehlen.
Im Zentrum des Konflikts steht eine geplante Erhöhung des Wohnzuschusses um 60 Euro – ein Betrag, den Asars Partei angesichts explodierender Mieten in Uni-Städten als völlig unrealistisch bezeichnet. Ihr Gegenentwurf, der nun im Bundestag beraten wird, fordert eine grundlegende Neugestaltung des BAföG. Dazu gehören regional angepasste Wohnkostenpauschalen, eine automatische Inflationsanpassung sowie eine Existenzsicherung auf Bürgergeld-Niveau.
Asar wirft der Regierung falsche Prioritäten vor und verweist auf den Haushalt 2026 von Ministerin Bär: Während Raumfahrtprojekte und Subventionen für die Games-Branche voll finanziert werden, müssen Studierende und Auszubildende bei der Grundsicherung Kürzungen von 250 Millionen Euro hinnehmen. Der Streit offenbart zudem tiefere Spannungen: Die Koalition stellt das BAföG als Abwägung gegen Steuererleichterungen für Unternehmen dar – und ignoriert dabei den sich verschärfenden Fachkräftemangel.
Angesichts rasant steigender Mieten und schrumpfender Kaufkraft durch die Inflation berichten viele Studierende von permanenter Existenzangst. Kritiker der Reform warnen: Ohne schnelles Handeln könnten zahlreiche junge Menschen ihr Studium abbrechen müssen – mit gravierenden Folgen für den Fachkräftenachwuchs in Deutschland.
Der Bundestagsantrag skizziert nun konkrete Schritte: Wohnkostenzuschüsse sollen an lokale Mietpreise gekoppelt, die Leistungen vor Inflation geschützt und sichergestellt werden, dass keine Studierenden unter dem Bürgergeld-Niveau leben müssen. Würde die Reform verabschiedet, wäre es die erste große BAföG-Novelle seit Jahren. Ohne sie, so die Warnung von Aktivisten, werde die Kluft zwischen staatlicher Förderung und Lebenshaltungskosten weiter wachsen.






