Baden-Württemberg startet Pilotprojekt für schwer erkrankte PAIS-Patienten mit innovativen Versorgungsmodellen
Svenja HeringBaden-Württemberg startet Pilotprojekt für schwer erkrankte PAIS-Patienten mit innovativen Versorgungsmodellen
Baden-Württemberg fördert ein neues Pilotprojekt zur Verbesserung der Versorgung von Erwachsenen mit schwerem Post-Akuten-Infektionssyndrom (PAIS). Die Initiative mit dem Namen SEVERE-PAIS konzentriert sich auf Patientinnen und Patienten, die aufgrund schwerer Einschränkungen weitgehend ans Haus gebunden oder bettlägerig sind. Von November 2025 bis Mai 2027 soll das Projekt spezielle Versorgungsmodelle für die am stärksten Betroffenen erproben und weiterentwickeln.
SEVERE-PAIS knüpft an die Erkenntnisse der SEVEN-PCS-Studie an, die 2023/2024 adaptive Versorgungsansätze für Long-COVID- bzw. Post-COVID-Syndrom untersuchte. Unter der Leitung von Professor Dr. Attila Altiner von der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung der Universität Heidelberg wird die neue Initiative zwei innovative Ansätze evaluieren: ein telemedizinisches Betreuungsprogramm und ein hausärztlich basiertes ambulantes Versorgungsmodell. Jedes Modell wird 15 Patientinnen und Patienten umfassen und damit insgesamt 30 schwer erkrankten Menschen direkt zugutekommen.
Im Verlauf des Projekts werden detaillierte medizinische und psychologische Daten erhoben. Diese bilden die Grundlage für ein Patientenregister und eine Biobank, die als wissenschaftliche Basis für künftige Studien dienen sollen. Ziel ist es, eine evidenzbasierte Grundlage für eine dauerhafte Regelversorgung zu schaffen, die speziell auf die Bedürfnisse von PAIS-Patienten zugeschnitten ist. PAIS entwickelt sich häufig nach Infektionen und ist durch anhaltende Symptome wie chronische Erschöpfung, Belastungsintoleranz und psychische Belastungen gekennzeichnet. Das Projekt soll herausfinden, welches Versorgungsmodell die komplexen Bedürfnisse von Menschen mit schweren funktionellen Einschränkungen am besten abdeckt.
Die Ergebnisse von SEVERE-PAIS werden dazu beitragen, langfristige Versorgungsstrategien für Erwachsene mit schwerem PAIS zu entwickeln. Durch den Vergleich von Telemedizin und hausärztlicher ambulanter Betreuung soll das Projekt den wirksamsten Ansatz identifizieren. Die Erkenntnisse könnten zu verbesserten Unterstützungssystemen für Betroffene führen, die derzeit aufgrund des Syndroms ans Haus gebunden oder bettlägerig sind.






