Baden-Württemberg schafft Öl- und Gasheizungen bis 2040 ab – doch Gemeinden kämpfen mit Hindernissen
Marika HeinzBaden-Württemberg schafft Öl- und Gasheizungen bis 2040 ab – doch Gemeinden kämpfen mit Hindernissen
Baden-Württemberg treibt die Pläne voran, bis 2040 schrittweise Öl- und Gasheizungen abzuschaffen. Derzeit sind noch über 73 Prozent der Gemeinden auf diese Brennstoffe für die Wärmeversorgung angewiesen. Nun sollen neue Förderprogramme und Bürgerbeteiligungsinitiativen den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen beschleunigen.
Die Landesregierung hat ein aktualisiertes Förderprogramm mit dem Namen Klimaschutz-Plus für Kommunen gestartet, das vom Umweltministerium unterstützt wird. Das Programm gliedert sich in zwei Teile: einen für die Sanierung öffentlicher Gebäude – mit zusätzlicher Förderung für Schulen – und einen weiteren für strategische Maßnahmen wie die Erfassung von Treibhausgasen und die Bürgerkommunikation. Die Mittel werden nach dem Windhundprinzip vergeben.
Unterdessen stellt eine Studie der Landesenergieagentur KEA-BW Finanzierungsmodelle für Wärmeverbünde vor. Zudem wurde ein Excel-Tool veröffentlicht, das Kommunen bei der Planung ihrer Wärmewende unterstützen soll.
Trotz dieser Bemühungen bleiben Herausforderungen bestehen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 90 Prozent der Gemeinden Haushaltsengpässe als größtes Hindernis sehen. 66 Prozent klagen über Personalmangel, während 88 Prozent klarere rechtliche Rahmenbedingungen für die Planung fordern.
Um die Bevölkerung einzubinden, starten SWR und CORRECTIV eine partizipative Recherche darüber, wie sich die Wärmewende auf den Alltag auswirkt. Ab dem 17. September sammelt die Plattform CrowdNewsroom Erfahrungen und Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. Eine Online-Umfrage unter dem Titel Druck im System: Wie betrifft mich die Wärmewende? wird ebenfalls Rückmeldungen einholen.
Ab Oktober gehen Pop-up-Studios in drei Städten auf Tour, um zu informieren und Veranstaltungen zu organisieren. Den Anfang macht Stuttgart vom 14. bis 22. Oktober, es folgen Vaihingen an der Enz (28. bis 31. Oktober) und Lörrach (4. bis 8. November).
Das Ziel des Landes ist es, Öl- und Gasheizungen innerhalb von 17 Jahren vollständig abzuschaffen. Mit neuen Fördermitteln, Bürgerbeteiligung und Planungshilfen hoffen die Verantwortlichen, finanzielle und personelle Hürden zu überwinden. Der Erfolg der Wärmewende wird sowohl von der staatlichen Unterstützung als auch vom Engagement der Bevölkerung abhängen.






