04 February 2026, 17:06

Baden-Württemberg hinkt beim Klimaschutz hinter anderen Bundesländern hinterher

Eine Grafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Kretschmann kontert: "Kann nicht alles zur Chefsache machen" - Baden-Württemberg hinkt beim Klimaschutz hinter anderen Bundesländern hinterher

Baden-Württembergs Klimapolitik hat seit einem kritischen Bericht des Landesklimarats aus dem Jahr 2021 nur bescheidene Fortschritte gemacht. Ministerpräsident Winfried Kretschmann verteidigte die Bilanz seiner Regierung und hob Erfolge bei den erneuerbaren Energien hervor, räumte jedoch weiterhin bestehende Probleme bei den Verkehrsemissionen ein. Kritiker werfen der Region vor, im Vergleich zu anderen Bundesländern beim Klimaschutz weiterhin hinterherzuhinken.

Der Klimarat hatte der Landesregierung 2021 ein schlechtes Zeugnis ausgestellt und moniert, der Klimaschutz sei nicht zum zentralen Handlungsschwerpunkt geworden. Die seit 2016 von den Grünen geführte Regierung reagierte darauf mit einer Überarbeitung des Klimaschutzgesetzes 2023, das nun eine Treibhausgasneutralität bis 2045 sowie ambitioniertere Ziele für erneuerbare Energien vorsieht.

Kretschmann wies die Kritik jüngst zurück und lehnte Forderungen ab, die Klimapolitik als alleinige Priorität zu behandeln. "Ich regiere hier allein und schicke die Minister nach Hause", erklärte er und argumentierte, nicht jedes Thema könne gleichzeitig die Agenda dominieren. Gleichzeitig verwies er auf Erfolge: Drei von fünf Schlüsselsektoren – darunter die Windenergie – hätten ihre Ziele nahezu erreicht oder sogar übertroffen.

Trotz dieser Fortschritte bleibt der Verkehrssektor eine Schwachstelle. Zwar hat das Land in die Ladeinfrastruktur investiert, doch der Umstieg auf Elektromobilität vollzieht sich nur zögerlich. Kretschmann räumte ein, dass dieser Bereich nach wie vor eine große Hürde für die Klimaziele darstelle.

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Vergleichsstudien zeigen, dass Baden-Württemberg hinter Bundesländern wie Bayern, das tiefgreifendere Emissionssenkungen erreicht hat, oder Nordrhein-Westfalen, wo der Ausbau der Windenergie schneller voranschreitet, zurückliegt. In den vergangenen fünf Jahren belegte die Region im nationalen Ranking beim CO₂-Rückgang lediglich einen Platz im Mittelfeld.

Mit der Selbstverpflichtung zur Treibhausgasneutralität bis 2045 und dem Ausbau der erneuerbaren Energien will die Landesregierung nun die Gangart verschärfen. Doch ungelöste Herausforderungen wie die Verkehrsemissionen und das langsamere Windkraftwachstum im Vergleich zu führenden Bundesländern bleiben bestehen. Die Bedenken des Klimarats unterstreichen weiterhin die Kluft zwischen Zielen und Umsetzung.