Baden-Württemberg führt Notfallvorsorge-Tage an Schulen ein – ein bundesweites Vorbild?
Eberhard KuhlDosenwaren und Dosengerichte - Schüler trainieren für Notfälle - Baden-Württemberg führt Notfallvorsorge-Tage an Schulen ein – ein bundesweites Vorbild?
Notfallvorsorge wird in Deutschland nach jüngsten Krisen immer wichtiger
Die jüngsten Katastrophen haben in Deutschland das Bewusstsein für Notfallvorsorge geschärft. Die Hochwasser 2024 und der Anschlag auf das Berliner Stromnetz 2025 zeigten, wie dringend bessere Vorbereitungen nötig sind. Nun gehen Schulen in Baden-Württemberg voran und vermitteln Schülern bereits in jungen Jahren, wie sie in Notsituationen handeln können.
Seit dem Schuljahr 2023/2024 veranstalten alle weiterführenden Schulen im Land einen verpflichtenden Notfallvorsorge-Tag für Sechstklässler. Die Initiative des Kultusministeriums umfasst Gymnasien, Realschulen und Gemeinschaftsschulen. Am Georg-Büchner-Gymnasium in Winnenden nehmen Schüler an einem Pilotprojekt der Malteser Hilfsdienste teil.
Florian Hambach, Lehrer und ehrenamtlicher Malteser-Mitarbeiter, leitet das Programm. Die Schüler lernen praktische Fähigkeiten wie das Packen eines Notfallrucksacks und die Bevorratung lebenswichtiger Vorräte. Für eine vierköpfige Familie gehören dazu zehn Packungen Instant-Suppe, zwölf Kilogramm Konserven und acht Liter Milch. Auch weniger offensichtliche, aber wichtige Dinge werden besprochen – etwa Kartenspiele, um Stromausfälle zu überbrücken. Hambach hält einmalige Aktionen für unzureichend: Er plädiert für regelmäßige Übungen im gesamten Schuljahr, um nachhaltige Vorsorge zu gewährleisten. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt unterstützt diesen Ansatz und fordert, Notfalltrainings bundesweit in die Lehrpläne aufzunehmen.
Ziel des Programms ist es, junge Menschen mit lebensrettendem Wissen auszustatten. Indem Sechstklässler lernen, sich auf Katastrophen vorzubereiten, will Baden-Württemberg eine widerstandsfähigere Gesellschaft aufbauen. Sollte die bundesweite Unterstützung wachsen, könnten die Kurse bald über die Landesgrenzen hinaus angeboten werden.






