05 May 2026, 12:22

Apothekenreform gefährdet Deutschlands Arzneimittelversorgung vor Ort

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Apothekenreform gefährdet Deutschlands Arzneimittelversorgung vor Ort

Deutschlands Arzneimittelversorgung steht an einem Scheideweg, warnt die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank). Bankchef Matthias Schellenberg zeigt sich besorgt über die Richtung der laufenden Reformen. Die politischen Weichenstellungen würden entscheiden, ob Apotheken vor Ort weiterhin eine Säule der Gesundheitsversorgung bleiben oder durch Marktdruck weiter an Bedeutung verlieren, so seine Einschätzung.

Schellenberg betont, dass Arzneimittel keine gewöhnlichen Konsumgüter seien. Er warnt davor, sie als solche zu behandeln, und pocht darauf, dass fachkundige Beratung und Arzneimittelsicherheit im Mittelpunkt des Systems stehen müssen. Seine Mahnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Politiker über Reformen diskutieren, die die Verteilung von Medikamenten im Land grundlegend verändern könnten.

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Der Vorstandsvorsitzende verweist auf den wachsenden Wettbewerb durch ausländische Online-Händler und große heimische Einzelhandelsketten. Diese Entwicklungen, so Schellenberg, gefährdeten das Überleben der flächendeckenden Apotheken vor Ort. Die Apobank sieht zudem mit Sorge, wie Versand- und Online-Apotheken an Einfluss gewinnen – ein Trend, der die traditionellen Versorgungsstrukturen weiter aus dem Gleichgewicht bringen könnte.

Schellenberg appelliert an die Abgeordneten, die Bedenken der Apotheker ernst zu nehmen. Eine zuverlässige Arzneimittelberatung und -versorgung sei nur mit einem professionell geführten Netzwerk möglich, argumentiert er. Ohne politische Gegensteuerung wäre der weitere Schwund der Vor-Ort-Apotheken ein „leichtsinniges Unterfangen“, warnt der Bankchef.

Noch ist im parlamentarischen Verfahren unklar, welche Forderungen von Ländern und Apothekerverbänden aufgegriffen werden. Schellenberg stellt die anstehende Entscheidung als Grundsatzfrage dar: Entweder man schütze Apotheken als unverzichtbare Gesundheitsinfrastruktur – oder man überlasse den Zugang zu Medikamenten den Marktkräften.

Die Ergebnisse der Apothekenreform werden prägen, wie Patienten in Deutschland künftig mit Arzneimitteln versorgt werden. Schellenbergs Warnungen deuten auf einen möglichen Wandel hin – weg von der lokalen, fachkundigen Betreuung. Die endgültigen politischen Weichenstellungen werden zeigen, ob die Vor-Ort-Apotheken ihre Rolle behalten oder durch kommerzielle Konkurrenten weiter an den Rand gedrängt werden.

Quelle