Apothekenbranche vor Tarifkonflikt: Löhne steigen, Kosten explodieren
Svenja HeringApothekenbranche vor Tarifkonflikt: Löhne steigen, Kosten explodieren
Löhne im deutschen Apothekensektor steigen weiter – Tarifverhandlungen stehen bevor
Die Gehälter in der deutschen Apothekenbranche werden voraussichtlich weiter steigen, da neue Tarifverhandlungen anstehen. Der gesetzliche Mindestlohn wird in den kommenden Jahren zweimal erhöht, was die Arbeitgeber zusätzlich unter Druck setzt. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände bereiten sich bereits auf die Verhandlungen vor, nachdem die aktuellen Tarifverträge 2026 auslaufen.
Die jüngsten Lohnerhöhungen traten am 1. Januar 2026 in Kraft und sahen eine Steigerung um drei Prozent vor. Diese Anpassung führte zu durchschnittlichen Mehrkosten von 9.500 Euro pro Apotheke und Jahr. Gleichzeitig stieg der gesetzliche Mindestlohn auf 13,90 Euro, was die jährlichen Ausgaben pro Apotheke um weitere etwa 700 Euro erhöhte.
Weitere Erhöhungen sind bereits beschlossen: Ab dem 1. Januar 2027 wird der Mindestlohn auf 14,60 Euro steigen – ein Anstieg von 17,6 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Diese Veränderungen fallen mit dem Auslaufen zweier zentraler Tarifverträge zusammen: Die Vereinbarung zwischen Adexa und dem Deutschen Apothekerverband (ADA) endet am 31. Dezember 2026, während der Tarifvertrag der Tarifgemeinschaft Leitender Apothekenangestellter (TGL) in Nordrhein-Westfalen bereits ein halbes Jahr früher, am 30. Juni 2026, ausläuft.
Die Gewerkschaft Adexa bereitet sich auf neue Verhandlungen vor, sobald die bestehenden Verträge auslaufen. Die Treuhand Hannover warnt jedoch, dass die wiederholten Lohnerhöhungen die Apotheken bundesweit stark finanziell belasten werden.
Die anstehenden Verhandlungen werden die künftigen Gehaltsstrukturen für Apothekenmitarbeiter festlegen. Da die Mindestlohnerhöhungen für 2027 bereits beschlossen sind, müssen sich die Arbeitgeber auf steigende Kosten in den kommenden Jahren einstellen. Das Ergebnis der neuen Gespräche wird die wirtschaftliche Lage des Sektors maßgeblich prägen.






