Als Trumps Nobelpreis-Witz bitterer Ernst wurde – und Satire scheitert
Svenja HeringGuido Cantz: Trump lässt Satiriker alt aussehen - Als Trumps Nobelpreis-Witz bitterer Ernst wurde – und Satire scheitert
Ein Witz des deutschen Komikers Guido Cantz über Donald Trump, der sich gewaltsam den Friedensnobelpreis erkämpft, hat seine Komik verloren. Die Pointe wirkt angesichts jüngster politischer Entwicklungen plötzlich zu real. Cantz räumte ein, dass Trumps unberechenbares Handeln Satire kaum noch möglich mache.
Cantz hatte einst scherzhaft behauptet, Trump werde sich den Nobelpreis mit Gewalt nehmen. Die Zeile funktionierte als übertriebene Spitze gegen den exzentrischen Stil des damaligen Politikers Trump. Doch 2025, nach Trumps zweiter Vereidigung, schlug Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ihn offiziell für die Auszeichnung vor – eine Reaktion auf Trumps wiederholte Behauptungen, er habe acht Kriege beendet, obwohl er den Preis nie erhielt.
Zuvor hatte Trump bereits an Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre geschrieben, um seinen Unmut über die Nichtberücksichtigung zum Ausdruck zu bringen. Cantz merkte an, dass Witze über Trump oft schon nach Tagen veralten. Der Komiker beschrieb es als ermüdend, ständig neue Satire über den Ex-Politiker Trump erfinden zu müssen, da dessen Aussagen und Taten die Pointen rasant überholen. Mittlerweile verzeichnet sogar Wikipedia Netanjahus Nominierung – ein weiterer Wendepunkt in Trumps jahrelanger Jagd nach dem Friedensnobelpreis. Der Eintrag zeigt, wie politische Gesten die Grenze zwischen Satire und Realität verschwimmen lassen.
Aus dem einst absurden Nobelpreis-Witz ist längst bitterer Ernst geworden. Cantz’ Erfahrung verdeutlicht, wie Trumps politische Karriere aus Komödie unfreiwillig Kommentar macht. Die Nominierung bleibt ein seltener Fall, in dem die Wirklichkeit die Satire überholt hat.






