03 April 2026, 10:22

Agri-Photovoltaik in Brandenburg: Bürokratie stoppt grüne Energie aus dem Ackerland

Luftaufnahme eines großen Gebäudes mit Solarmodulen auf dem Dach, umgeben von Fahrzeugen, Bäumen, Gras und Polen, mit Hügeln und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Agri-Photovoltaik in Brandenburg: Bürokratie stoppt grüne Energie aus dem Ackerland

Agri-Photovoltaik-Anlage in Südbrandenburg steckt in regulatorischer Warteschleife fest

Eine Agri-Photovoltaik-Anlage im Süden Brandenburgs kann nicht ans Netz gehen – sie hängt seit Monaten in behördlicher Ungewissheit fest. Das von der Firma Energeno errichtete Projekt mit einer Leistung von knapp einem Megawatt sollte eigentlich bis Ende 2024 in Betrieb sein. Doch die Verzögerungen gefährden nun seine wirtschaftliche Zukunft und offenbaren grundsätzliche Hürden für Erneuerbare-Energien-Projekte in Deutschland.

Die Anlage von Energeno war darauf ausgelegt, allein in der ersten Jahreshälfte rund 465.000 Kilowattstunden Strom zu erzeugen. Mit dem geplanten Solarpaket 1 hätte das Unternehmen dank eines um 2,5 Cent erhöhten Einspeisetarifs für Agri-PV-Anlagen fast 45.000 Euro mehr erlösen können. Doch die Europäische Kommission hat diese Förderung noch nicht genehmigt – das Projekt bleibt in der Schwebe.

Das Unternehmen warnt, dass ohne verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen spezialisierte Solaranlagen wie Agri-Photovoltaik kaum rentabel bleiben können. Selbst wenn die Förderung kommt, könnten neue Regelungen im Solar-Spitzenlasten-Gesetz den Betrieb weiter erschweren, etwa durch Deckelungen der Einnahmen in Phasen negativer Großhandelspreise für Strom.

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Wer trägt die Schuld an der Verzögerung? Die Europäische Kommission gibt die Verantwortung an das deutsche Wirtschaftsministerium weiter und wirft ihm vor, die rechtzeitige Genehmigung versäumt zu haben. Unterdessen steht Energenos technisch fertige Anlage weiterhin ohne Netzanschluss da – ein Schicksal, das sie mit vielen bürgergetriebenen Energieprojekten teilt, die ähnliche bürokratische Hindernisse überwinden müssen.

Ob und wann die höhere Vergütung kommt, entscheidet nun über das Schicksal der Anlage. Ohne sie drohen Projekte wie dieses zu scheitern oder wirtschaftlich unrentabel zu werden. Die Entwicklung wird maßgeblich prägen, wie es mit der Agri-Photovoltaik in Deutschlands Energiewende weitergeht.

Quelle