330.000-Euro-Betrug: Wie eine Bande italienische Lebensmittelhändler mit Scheinfirma prellte
Karl-Friedrich WielochStaatsanwaltschaft in Stuttgart erhebt Anklage gegen 'Ndrangheta-Unterstützer - 330.000-Euro-Betrug: Wie eine Bande italienische Lebensmittelhändler mit Scheinfirma prellte
Ein 65-jähriger Mann steht unter dem Verdacht, eine kriminelle Bande angeführt zu haben, die italienische Lebensmittellieferanten um mehr als 330.000 Euro betrogen hat. Die Gruppe soll sich laut Anklage als deutsche Geschäftsleute ausgegeben haben, um Lieferungen an ein Scheinunternehmen in Fellbach zu erhalten, bevor sie die Waren in Stuttgart weiterverkauften.
Das betrügerische System begann im Jahr 2020, als der Beschuldigte angeblich eine Bande mit einem mutmaßlichen Mitglied des ’Ndrangheta-Clans und anderen gründete. Sie bestellten große Mengen an Lebensmitteln aus Italien, bezahlten diese jedoch nie. Stattdessen wurden die Waren über einen Großhandel an lokale Restaurants und Catering-Firmen weiterverkauft.
Der Inhaber dieses Großhandelsunternehmens soll dieselbe ’Ndrangheta-Figur sein, die nun in Italien in einem separaten Verfahren angeklagt ist. In Gerichtsunterlagen wird er als Cosimo Virgiglio identifiziert, ein 57-Jähriger aus San Procopio (Kalabrien), der in Deutschland lebt. Die Anklageschrift gegen ihn wurde am 13. Januar 2026 in einem anderen Fall eingereicht. Ermittler gehen davon aus, dass die Bande einen Teil der Gewinne behielt und den Rest an den ’Ndrangheta-Clan zurückleitete. Der 65-jährige Hauptverdächtige, der als faktischer Leiter der Operation gilt, befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft. Das Landgericht Stuttgart muss nun entscheiden, ob es zu einer Hauptverhandlung kommt.
Der Betrug umfasste die Gründung eines nicht existierenden Unternehmens in Fellbach, wohin die Lieferungen umgeleitet wurden. Durch die Vortäuschung falscher Identitäten als Firmenvertreter gelang es der Bande, hochwertige Warenlieferungen zu erhalten, bevor sie mit der Beute verschwanden.
Im Mittelpunkt des Falls steht ein Lebensmittelbetrug über 330.000 Euro mit Verbindungen zur organisierten Kriminalität. Sollte es zum Prozess kommen, werden die Staatsanwälte argumentieren, dass die Aktivitäten der Bande Teil eines größeren Geldwäschenetzwerks der ’Ndrangheta waren. Die Entscheidung des Gerichts, ob das Verfahren eröffnet wird, steht noch aus.






